Je nach den Besonderheiten der Beziehung könnte eine einvernehmliche Neuverhandlung oder Anpassung der Vertragsklauseln im Interesse beider Parteien in Betracht gezogen werden, insbesondere durch Klärung der Schwierigkeiten, mit denen jede Partei konfrontiert ist, und insbesondere durch Die Unterrichtung der anderen Partei über etwaige lokale Notstandsregelungen, die sie betreffen. Insoweit muss der Vertragspartner, der sich auf höhere Gewalt beruft, nachweisen, dass ein unmittelbarer Kausalzusammenhang zwischen der Pandemie und der Unmöglichkeit besteht, seiner Verpflichtung nachzukommen, und nachweisen, dass er alle erforderlichen Maßnahmen ergriffen hat, um das Ereignis zu verhindern und die Folgen zu überwinden, sobald es eingetreten ist4. In jedem Fall ist die Möglichkeit, sich auf höhere Gewalt zu berufen, insbesondere im Hinblick auf den Zeitpunkt des Abschlusses oder der Verlängerung des betreffenden Vertrags zu beurteilen. Es ist präzisiert, dass beim Abschluss oder der Verlängerung des Vertrags nach Ausbruch der Epidemie zu befürchten ist, dass höhere Gewalt nicht geltend gemacht werden kann, da die Situation bereits bekannt war und die Unvorhersehbarkeitsanforderung nicht als erfüllt angesehen würde. Daher verwenden französische Gerichte traditionell drei Kriterien, um das Vorliegen höherer Gewalt in Vertragssachen festzustellen, und sie beurteilen diese Kriterien von Fall zu Fall: Da die Aussetzung nur für “gesetzliche” Fristen gilt, werden die in Verträgen vorgesehenen Fristen nicht abgedeckt. Die Vertragsparteien eines vertragsgemäßen französischen Rechts können sich jedoch weiterhin auf Art. 2234 des französischen Zivilgesetzbuchs berufen, sofern die Zeit nicht läuft oder ausgesetzt wird, wenn es aufgrund eines Ereignisses höherer Gewalt nicht möglich ist, zu handeln. Die Parteien können sich auch auf die französischen gesetzlichen Vorschriften über höhere Gewalt und Härtefallvorschriften berufen, wenn sie mit Leistungsschwierigkeiten konfrontiert sind. Vorbehaltlich spezifischer vertraglicher Bestimmungen ermöglicht höhere Gewalt eine Aussetzung vertraglicher Verpflichtungen bis zum Ende des Ereignisses, wenn die Behinderung vorübergehend ist, sofern die Erfüllung der Verpflichtung jedoch auch nach dem Ende der Pandemie weiterhin sinnvoll ist. In diesem Fall werden die vertraglichen Verpflichtungen ausgesetzt, ohne dass der Mitvertragspartner Ersatz des durch die Aussetzung erlittenen Schadens verlangen kann.

Nach dem neuen Artikel 1171 können Vertragsklauseln (mit Ausnahme von Vertragsabschlüssen, die sich mit dem Hauptgegenstand des Vertrages oder dem Preis der erbrachten Dienstleistung befassen), die in Standardform Vereinbarungen zwischen den Rechten und Pflichten der Vertragsparteien auf Antrag des Vertragspartners zu lasten des Vertragspartners schaffen (déséquilibre signifif), vom Richter auf Antrag des Vertragspartners zu ihrem Nachteil löschen.